Jeder
hat ihn sich sehnlichst herbeigewünscht, den Radweg zwischen
Babenhausen und Rodgau-Dudenhofen! Die Strecke entlang der L3116 ist
- trotz des starken Autoverkehrs - seit jeher eine wichtige (und vor
allem bei Radsportlern beliebte) Verbindung in den Odenwald. Ein
Vergnügen war es bisher nie, das lange, gerade Stück auf
der Landstraße zu fahren - aber man tat es, um zügig und
schnell nach nach Hause oder in die odenwälder Berge zu kommen.
Jetzt endlich gibt es einen Radweg, der eine sichere, schnelle und
bequeme Alternative bietet..... - oder?
Es hat schon viele Diskussionen über den Radweg gegeben,
schon lange vor seiner Fertigstellung.
Immerhin 10 (!) Jahre
haben die Behörden für die Planung benötigt.
Eigentlich lange genug, um ein einwandfreies Ergebnis abliefern zu
können. Aber am fertigen Produkt zeigen sich gravierende Mängel.
Leider! - Auch aus der Sicht der betroffenen Gemeinden, die zu wenig
in die Planungen des Landes einbezogen wurden.
Welches sind die Glanzpunkte und wo liegen die Mängel des neuen Radweges? Ich will im folgenden meine Eindrücke von einer Testfahrt am 8. Mai schildern. Auch der ADFC Rodgau hat schon Stellung bezogen. Er bezeichnet die Anbindung in Rodgau als "katastrophal". Empfehlungen, wie man der Situation zur Zeit begegnen sollte, finden sich im Anschluß.
Meine Testfahrt erfolgte von Babenhausen in Richtung Rodgau. Am Ortsausgang von Babenhausen finde ich den Einstieg in den aus dieser Richtung linksseitigen Radweg. Das Abenteuer beginnt!
[- -] Km 0,0: Die Einfahrt auf den neuen Radweg gestaltet sich schwierig. Ein freundliches, gelbes Hinweisschild signalisiert mir, daß ich durch eine Verkehrsinsel hindurch links abbiegen soll, um so auf den Radweg aufzufahren. Hierzu muß ich beide Fahrbahnen im rechten Winkel überqueren. Rechts im Schotterbett stehend warte ich den rückwertigen Autoverkehr ab - alles frei, und dann ab durch die Mitte! (Bild 1 +2)
[;->] Immer noch Km 0,0: Noch nicht richtig losgefahren, schon lächelt mich diese lustige Schilderkombination von hinten an (Bild3). Sie kennzeichnet das kurze Stück, das den Radweg in anderer Richtung an eine Ortsstraße anbindet. Amüsiert über den Schilderstreich radel ich los.
[+ +] Km 1,2: Ich überhole ein Pärchen auf Roller-Blades. Positiv fällt mir auf, daß Fahrbahnbreite und -belag des kombinierten Rad- und Fußweges durchweg gut sind. Sogar Inline-Skater sind begeistert (!). Hoffentlich klappt die Koexistenz der verschiedenen Nutzergruppen in Zukunft ohne Probleme. (Bild 4 +5)
[+ ?] Km 2,0: Die Streckenführung des Radweges ist abwechslungsreicher gestaltet als die ziemlich gerade und ebene Autotrasse. Man mag über den Sinn von künstlichen ''Trainings''-Hügeln und schwungvollen Schlenkern streiten, langweilig wird das Befahren des Weges jedenfalls nicht. Offenbar hat man besonden Wert auf einen hohen Freizeitgehalt des Radweges gelegt: Vor wenigen Sekunden bin ich an einer Art "Raststätte" vorbeigefahren - einem Ensemble aus Schautafeln und Sitzgelegenheiten - schau an!
[- ?] Km 2,5: Die Industriestraße zum Kalksandsteinwerk muß überquert werden. Die Vorfahtsregelung ist sehr uneindeutig! Wer muß hier warten? Immerhin wird der Autoverkehr mit dem Schild ''Radfahrer kreuzen'' gewarnt. (Bild 6)
[ ! ] Km 4,5: ''Gänsbrüh''. Die Straße macht einen Bogen nach links. An dieser Stelle empfiehlt der ADFC Rodgau den Radweg derzeit zu verlassen und rechts gegenüber auf der alten Opelstraße (autofrei) nach Rodgau-Dudenhofen weiterzufahren. (Bild 7)
[-] Km 5,3: Die Auffahrt zur autobahnähnlichen B45: Sie zählt zu den kritischen Begegnungspunkten zwischen Auto- und Radverkehr auf dieser Strecke. Durch Schilder und rote Fahrbahnmarkierung wird der Kfz-Verkehr immerhin deutlich gewarnt. Trotzdem kam es an dieser Stelle bereits zu einem schweren Unfall. (Bild 8)
Kommentare und Fragen an: ADFC -Rodgau oder Bernd Schröder (Email)
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