News-Archiv 2004 - ADFC feiert Jubiläum (PM 2)

Zurück

Pressemitteilung des ADFC Kreis Offenbach e.V. vom 08. August 2004


Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) feierte Jubiläum

Vielfältiges Angebot am Seligenstädter Mainufer.

25 Jahre Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) und 10 Jahre ADFC Kreisverband Offenbach-Land waren der Anlass für einen Fahrrad-Aktionstag am Samstag, den 7. August, in Seligenstadt. Von 11-18 Uhr drehte sich an diesem Tag am Mainuferradweg in der Nähe der Fähre und auf dem größeren Festplatz alles um das Thema Radfahren.

Trotz der Hitze kamen viele Radler und es zeigte sich, dass der Mainuferradweg nicht zu umsonst einer der bekanntesten Radfernwege in Deutschland und Europa ist. Mit erfrischenden kalten Getränken oder mit Kaffee und Kuchen oder belegten Brötchen/Broten konnten sich die Radler stärken und zur Verdauung eines der vielen Spezialräder auf dem größeren Festplatz ausprobieren. Ob nun Liegerad, zum Teil auch voll verkleidet, oder Spaßrad: es gab viel anzusehen und auszuprobieren.


CreativBike: http://www.creativ-event-gmbh.de/

Sehr auffällig, aber dafür sehr sicher waren die Fahrten im 7-sitzigen Conference-Bike. 7 Personen sitzen im Kreis und können wunderbar kommunizieren, während der Fahrer die Gruppe lenkt und bremst. Für den Antrieb müssen aber alle sorgen. Die Auffahrt nach Seligenstadt war durch die gute Übersetzung kein Problem, die aus einem Kleinwagen stammende Bremse zeigte bei Bedarf eine sehr gute Wirkung. Wer wollte, konnte an einer kleinen Runde von der Fähre über den Marktplatz und zurück teilnehmen, wovon auch rege Gebrauch gemacht wurde. Auch wer anfangs noch etwas ängstlich auf dem Sitz saß, entspannte sich schon nach wenigen Metern und die Unsicherheit war dem Spaß gewichen.

Daneben nahmen auch einige Leute das Angebot wahr, ihr Fahrrad codieren zu lassen. Dabei wird ein Code deutlich sichtbar am Sattelrohr eingraviert, der Auskunft über den Besitzer gibt. OF1300223001MM ist z. B. der Code für Martina Mustermann aus Seligenstadt, Marktplatz 1. OF steht für Stadt und Kreis Offenbach - analog dem Kfz-Kennzeichen - 13 ist die Nummer für Seligenstadt und es folgen die Nummer für die Straße und die Hausnummer und die Initialen des Besitzers.

Während das Rad codiert wurde, konnte man sich bestens über den ADFC und auch über die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens informieren. Wer öfter mal Rad fährt kann so Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenbeschwerden und Depressionen vorbeugen und stärkt obendrein noch sein Immunsystem. Wer regelmäßig Rad fährt, erspart sich Arztbesuche, Medikamente und eventuell sogar aufwändige Therapien, die heute Einkommen und Krankenkassen belasten. Auch wenn erst im Alter mit regelmäßiger Bewegung begonnen wird, sind Erfolge spürbar. Menschen, die an typischen Zivilisationsbeschwerden wie Rückenschmerzen, Übergewicht und Herzkrankheiten leiden, könnten viele gesunde Jahre verbringen, wenn sie ihr körperliches Wohlbefinden und ihre Gesundheit auf dem Fahrradsattel in Schwung bringen. Fahrradfahren lässt sich leicht in den Alltag integrieren, um optimale gesundheitliche Ergebnisse zu erzielen. Dauer und Häufigkeit der Fahrten sollten je nach Kondition, Alter, Fahrgewohnheiten und dem gewünschten Ergebnis abgestimmt werden. Schon nach 10 Minuten wirkt sich Radfahren auf Muskulatur, Durchblutung und Gelenke aus. Ab 30 Minuten treten positive Einflüsse auf die Herzfunktionen auf, und ab 50 Minuten wird der Fettstoffwechsel angeregt.

Radkarten der Region waren am Infostand ebenso gefragt, wie verschiedene Radwanderwege am Main. Besonders gefragt waren Karten für den angrenzenden Spessart, da dieses Jahr für diesen Bereich 2 neue Karten auf den Markt kamen. So hat der Landkreis Aschaffenburg 9 Radwanderrouten ausgeschildert und dazu eigens eine Karte herausgebracht. Reißenden Absatz fand die Broschüre "Deutschland per Rad entdecken" die an alle vorbeikommenden Radler kostenlos abgegeben wurde. Darin enthalten sind alle Regionen Deutschlands, die fahrradtouristisch erschlossen sind mit Angabe der dortigen Radwanderwege.

Durch die gute Resonanz kann es sein, dass jedes Jahr ein Fahrrad-Fest in Seligenstadt am Mainufer angeboten wird.

---

Geschichte und Entstehung des ADFC Kreisverband Offenbach-Land

Seit 1993 werden Reparaturkurse und Radtouren angeboten. Mittlerweile bieten die Ortsgruppen Rodgau und Dreieich fast an jedem Wochenende mindestens eine Tour an. Aber auch unter der Woche werden Morgenrunden, Feierabendtouren oder Seniorentouren angeboten.

Seit 1996 werden Fahrräder als Diebstahlprävention codiert. Die nächste Aktion ist am 28. August in Rödermark auf dem Häfnerplatz - Mitten im alten Ortskern in Urberach.

Seit 1993 kämpft der ADFC im Kreisgebiet für bessere Verhältnisse für Radfahrer. Eine kreisweite Wegweisung für Radler mit dem gleichen visuellen Komfort wie für den Kfz-Verkehr wird seitdem gefordert. Ende 2002 erteilte der Kreis Offenbach für die Planung dieses Wegweisungsnetzes den Auftrag. Nun hofft man beim ADFC, dass auch bald die Routen endgültig festgelegt und die Schilder gestellt werden können, wie es in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Wetterau und Groß-Gerau schon der Fall ist. Zum Leidwesen der meisten Radler konnte aufgrund der noch nicht festgelegten Routen die Karte mit den Radwanderwegen für den Kreis Offenbach nicht neu aufgelegt werden. Die Altauflage ist inzwischen vergriffen, so dass es nun auch keine Karte mehr speziell für den Kreis Offenbach gibt. Man hofft allerdings beim ADFC, dass dieser Zustand (weder Karte noch Wegweisung) sind mehr lange anhalten wird.

---

Zur Historie des ADFC:

25 Jahre - 25 Erfolge
Langer Weg zum Ziel.

War der ADFC erfolgreich? Wofür lässt sich der ADFC auf die Schulter klopfen? Hat das alles wirklich so lange gedauert? ADFC-Gründer Jan Tebbe warnte schon 1980 davor, die Machtzentren unseres Staates als schlichte Bunker anzusehen, die man erstürmen könnte. Die Betonfassaden täuschen. Dahinter verbergen sich Labyrinthe, die auch dem schnellsten Sprinter das Schneckentempo der Bürokratie aufzwingen. Gelungene Beispiele für ADFC-Erfolge, die Radfahrern das Leben vor Ort leichter machen, gibt es Hunderte. Jede Bordsteinabsenkung, jeder Wegweiser oder Aktionstag zählen dazu. Hier 25 Vorschläge, die bis heute auf Bundesebene wirken und Lust auf mehr machen.



Politik

1) Auf der internationalen VeloCity-Konferenz im April 1980 präsentiert sich der ADFC in Bremen erstmals einem breiten Forum von Verkehrsfachleuten, Politikern und der Öffentlichkeit.

2) Aus 131 Bewerberstädten werden im Jahr 1981 Rosenheim und Detmold für das Modellvorhaben Fahrradfreundliche Stadt ausgewählt. Neun weitere Städte, Bundes- und Landesbehörden, Fahrradindustrie und ADFC begleiten dieses Projekt des Umweltbundesamtes.

3) Am 24. April 2002 beschließt die Bundesregierung den Nationalen Radverkehrsplan (NRVP). Ziel des Programms: Bis 2012 soll der Anteil des Radverkehrs deutlich steigen. Vorbild sind die Niederlande mit einem Radverkehrsanteil von 27 Prozent.

4) ADFC-Fahrrad-Klimatests: Nach dem ersten Test 1991 bewerten Radfahrer 2003 erneut die Bedingungen in ihren Städten und Gemeinden. Die Ergebnisse zeigen Veränderungen aber auch Stillstand in der Radverkehrsförderung der vergangenen zwölf Jahre auf.

5) Politische Kontakte: 25 Bundestagsabgeordnete sind ADFC-Mitglied. Für sie und andere interessierte Politiker veranstaltet der ADFC seit den 90er Jahren Parlamentarische Abende. Abgeordnete holen sich Rat beim ADFC für parlamentarische Initiativen. Auf der anderen Seite nutzt die Bundesregierung den ADFC-Sachverstand für ihre Reaktion auf solche Anfragen und Anträge.

6) Jedes Jahr setzt der ADFC auf seinen Bundeshauptversammlungen politische Signale. In den Jahren 1998 und 2000 sind die jeweiligen Bundesverkehrsminister dabei.

7) Im Europäischen Radfahrerverband (ECF) organisieren sich im Jahr 1983 in Kopenhagen zunächst 16 Radfahrerorganisationen aus zwölf westeuropäischen Ländern. Unter ADFC-Einfluss wächst die Organisation auf 43 Verbände in 29 Ländern und engagiert sich stark in Osteuropa.



Verkehr

8) Seit dem 1. September 1997 gilt die Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und ebnet den Weg für sicheres und komfortables Radfahren. Überzeugungsarbeit des ADFC vor Ort ist nötig, damit die Städte die Neuerungen ausprobieren und für gut befinden. Kommunen öffnen jetzt Einbahnstraßen für Radler in Gegenrichtung, richten bevorrechtigte Fahrradstraßen ein und lassen Radfahrer auf Busspuren mitfahren.

Seit 1997 ist das blaue Radwegeschild an vielen Stellen überflüssig.

9) Bundesweit gibt es 69 Fahrradstationen mit mehr als 26.000 Stellplätzen. Radstationen nach dem ADFC-Konzept gibt es mittlerweile fünfzig Mal in NRW, aber auch in Aschaffenburg, Braunschweig, Osnabrück und in Bremen.

10) 1989 gibt die Deutsche Bahn auf Vorschlag des ADFC zunächst versuchsweise, dann dauerhaft - die Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen wieder frei. Die Zahl der verkauften Nahverkehrsfahrradkarten steigt um über 100 Prozent auf 323.100. Einige Bundesländer bieten die Fahrradmitnahme auf ADFC-Initiative kostenlos an. In Baden-Württemberg erhielt der ADFC 2003 dafür den Best-for-Bike-Preis. Für InterRegio- und InterCity-Zügen hat der ADFC ebenfalls die Fahrradmitnahme durchgesetzt und kämpft jetzt um den ICE.

11) Der ADFC schafft unbenutzbare Radwege ab bis zum Gang vors Gericht: Seit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung gelten Mindestkriterien für Radwege. Dort wo Radwege zu schmal, zu holperig oder die Wegführung nicht klar ist, sorgt der ADFC dafür, dass die Radwegschilder abmontiert werden.

12) ADFC-Aktive: Rund 3 bis 4.000 aktive Mitglieder setzen sich bundesweit für bessere Radverkehrsbedingungen ein, führen Radtouren und beraten Menschen rund ums Rad.

Organisation

13) Bis heute wächst der ADFC auf über 110.00 Mitglieder, die in 16 Landesverbänden mit über 400 Kreisverbände und Ortsgruppen organisiert sind. In der Bundesgeschäftsstelle koordinieren mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Arbeit.

14) Der ADFC ist nach 25 Jahren die erste Anlaufstelle für Informationen rund ums Rad für Presse, Mitglieder und Nichtmitglieder und betreibt 81 Infoläden und Geschäftsstellen.

15) Seit Ende der 90er Jahre bietet der ADFC die Aktivenfortbildung an. Auf Workshops lernen die ehrenamtlich tätigen Mitglieder Kommunikations- und Verhandlungstechniken.



Tourismus

16) ADFC-Radtouren: Jedes Jahr gehen 246.000 Teilnehmer (Stand: 2002) mit dem ADFC auf Radtouren. Er wird zum größten Radtourenveranstalter Europas.

17) Bett & Bike ist mit mehr als 3.500 fahrradfreundlichen Beherbergungsbetrieben (Stand: 2003) die erfolgreichste Qualitätsmarke im Übernachtungsgewerbe in Deutschland.

18) Die Broschüre Deutschland per Rad entdecken bietet mit einer Gesamtauflage von 500.000 Exemplaren die beste Übersicht über radtouristische Angebote in Deutschland.

19) Das D-Netz mit einer Gesamtlänge von 10.200 Kilometern wird zukünftig Deutschland für Radtouristen auch international noch interessanter machen. Der ADFC hat das Netz der zwölf Routen und die Qualitätsstandards entwickelt. Erste Strecken sind in Nordrhein-Westfalen bereits seit 2003 beschildert.

20) Anhand seiner Radreiseanalyse zeigt der ADFC wie sich der Fahrradtourismus seit 1999 entwickelt und präsentiert die Ergebnisse jährlich auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin.

21) Die ADFC Radtourenkarte ist das weltweit meistverkaufte Kartenwerk für Radfahrer mit insgesamt 1,9 Mio. verkaufter Auflage.

22) Im Gemeinschaftskatalog Radreisen 2004 präsentiert der ADFC inzwischen 96 Radreiseveranstalter mit 135 ausgewählte Radreisen in Deutschland, Europa und der Welt.



Service

23) ADFC-Magazin Radwelt: Nachdem 1980 zusammen mit der Bielefelder Verlagsanstalt das Magazin Radfahren entstand, gründet der ADFC 1997 das eigene Mitgliedermagazin Radwelt. Die Auflage der jährlich sechs Ausgaben steigt beständig - derzeit sind es pro Ausgabe 64.000 Exemplare.

24) 1997 richtet der ADFC seine Homepage www.adfc.de ein und etabliert mit seinen Gliederungen bald eine der meistbesuchten Plattformen zum Thema Fahrrad. Pro Jahr schauen im Schnitt etwa eine Million Besucher beim ADFC herein.

25) Fahrradversicherungen: Mitte der 80er Jahre führt der ADFC mit Partnern erste Versicherungen ein, die speziell auf Radfahrer abgestimmt und teilweise schon im Mitgliedsbeitrag enthalten sind.


Für Rückfragen Seitens der Redaktion:
ADFC Kreis Offenbach e.V., c/o Stefan Janke, Nieuwpooter Str. 15, 63110 Rodgau, Tel. 06106 / 82 64 08,
Email stefan.janke@adfc-kreis-offenbach.de, www.adfc-kreis-offenbach.de

Zurück

© ADFC Kreis Offenbach e.V - www.adfc-kreis-offenbach.de