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Quelle: Pressemeldung der Stadt Seligenstadt vom 26. April 2006: -->Neuer Kulturradweg


Tipp: Das EU-Schiffchen markiert den Verlauf des Europäischen Kulturradweges.
Auf einem Flyer (Innenseite hier zum download (200kb)) finden sich Karte und weitere Informationen. Die einzelnen Stationen sind auch im unten stehenden Pressetext beschrieben. Viel Spaß!

Neuer Kulturradweg: "Kurmainzer Herz"

[..] Dieser Kulturradweg mit einer Gesamtlänge von 35 Kilometern ist gleichzeitig der 50. Kulturweg, den das Archäologische Spessartprojekt gemeinsam mit seinem Partner, dem Geopark Odenwald, im Spessart und im Odenwald in den zurückliegenden Jahren erschlossen hat.

Wer nicht so weit fahren möchte oder kann, der nimmt den verkürzten Rundkurs mit einer Streckenlänge von 15 Kilometern.

Der Weg, der von seinen Initiatoren den Namen "Kurmainzer Herz" erhalten hat, legt an 16 verschiedenen Stationen Zeugnis ab von der gemeinsamen Geschichte der Orte Seligenstadt, Klein-Welzheim, Großwelzheim, Dettingen, Mainflingen, Zellhausen und Froschhausen unter der Herrschaft der Kurfürsten von Mainz. Die Landschaft, die vom Main und seinen Ablagerungen über Jahrtausende geformt wurde, hat der Mensch über Jahrhunderte hinweg gestaltet.

Wie aus der -->Karte ersichtlich wird, ist der Start- und Zielpunkt die aus dem 18. Jahrhundert stammende Wasserburg in Klein-Welzheim (1), wo Seligenstädter Äbte einst Erholung suchten. Über den Radweg führt die Route zur Mainfähre (2), wo der Besucher die Qual der Wahl hat: gleich nach Bayern übersetzen oder einen Blick in die Einhardbasilika werfen? Nach der nicht alltäglichen Überfahrt mit der Mainfähre präsentiert sich ein erstes Industriedenkmal: das ehemalige Versuchsatomkraftwerk Großwelzheim (3) war das erste seiner Art in Deutschland und ist weltweit das erste, das in Kürze vollständig rückgebaut sein wird.

Die nächste Station zeigt ein landschaftsprägendes Relikt der Stromerzeugung in Karlstein - die "Kipp" (4), ein mächtiger Abraumblock der örtlichen Braunkohleförderung. Bei der Fahrt durch die Großwelzheimer Ortsmitte sollte man sich Zeit für einen Blick in die Bonifatiuskirche (5) nehmen, die 1922 nach den Entwürfen von Dominikus Böhm errichtet wurde und mit einer sehenswerten Madonnen-Statue des früheren 16. Jahrhunderts überrascht.

Am Main entlang wird der "Karlstein" (6) passiert, ein Gedenkstein für eine historische Grenzmarke gleichen Namens. Über die Kilianus-Brücke wechselt der Kulturradweg nach dem hessischen Mainflingen. Hier gibt eine Tafel Auskunft über die Schlacht von Dettingen (1743), bei der 50.000 Franzosen auf Mainflinger Seite einer Koalitionsarmee von knapp 60.000 Soldaten auf dem anderen Mainufer gegenüberstanden (7). Wer sich für den kürzeren etwa 15 Kilometer langen Rundkurs entschieden hat, der nimmt nach dem Überqueren der Kilianusbrücke den direkten Weg zurück zum Wasserschloss.

Von außergewöhnlicher Schönheit ist das Naturschutzgebiet (NSG) der Seenplatte Mainflingen (8), dem eigens eine Infotafel gewidmet ist. Die "Grasbrücke" (9) am beliebten Ausflugsziel "Schwalbennest" erzählt die Geschichte von der Übergabe des Geleits für Kaufleute, die zur Frankfurter Messe wollten und hier abgeholt wurden - auf dem Weg zum "Löffeltrunk" in Seligenstadt, der heute noch alle vier Jahre mit einem großen Geleitsfest in der Einhardstadt gefeiert wird.

Der Weg folgt nun landeinwärts vorbei an der Tongrube "Bong" (10), an der in Kürze ein Naturschutzzentrum entstehen wird. Hier sind bereits die Sendemasten zu sehen, über die heute das Signal der Europäischen Funkrundsteuerung, das Zeitzeichen, gesendet wird. Zu ihren Füßen befand sich einst das "Häuser Schlösschen" (11) - eine kleine mittelalterliche Turmhügelburg. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde hier ein getarntes Flugfeld ausgebaut (12), das am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde.

Eng mit der Luftfahrt verbunden ist die nächste Station - das Geburtshaus von Käthe Paulus (1868-1935) in Zellhausen, die als Flugpionierin weit mehr als 500 Ballonflüge unternahm und führend an der Entwicklung des Fallschirms beteiligt war (13).

Über den Seligenstädter Wald führt die Strecke vorbei am historischen Schachenbrunnen (14) und über das Naturschutzgebiet Kortenbach (15) zum nördlichen Ausläufer des Kulturradweges, der Liebfrauenheide (16). An diesem Wallfahrtsort hielt Bischoff Freiherr von Ketteler 1869 seine berühmte Rede über die Arbeiterbewegung. Der Weg schließt nach nur wenigen Kilometern den Kreis an der Seligenstädter Fähre.

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